Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kendô

Kendô

Kendō ist eine der klassischen Budō-Disziplinen und sowohl Kampfsport als auch Kampfkunst.
Wörtlich übersetzt bedeutet Kendō "Schwert-Weg"(Ken=Schwert, Dō=Lebensweg).

In seinen Ursprüngen dürfte Kendō neben Kyudō (Bogenschießen) die älteste Budō-Disziplin überhaupt sein. Aus militärhistorischen Gründen entwickelte sich in Japan das Katana (Samuraischwert) in seiner heute noch bekannten Form, das im Gegensatz zur europäischen Fechtkunst meist zweihändig geführt wird. Nachdem in Japan ab ca. 1600 n.Chr. langjährige Kriege beendet wurden und Frieden einkehrte, wurden außer dem Katana, das auch ein Statusabzeichen der Samurai war, praktisch keine anderen Waffen mehr in der Öffentlichkeit getragen. Aus diesem Grund trainierten die Samurai sich insbesondere im Schwertkampf. Um 1750 wurde die Rüstung in der heutigen Form entwickelt. Sie besteht aus dem Men (Helm), Do (Brustpanzer), Kote (Handschuh mit Unterarmschutz) und dem Tare (Hüftschutz). Gefochten wird mit einem speziellen Bambusschwert (Shinai), um Verletzungen zu vermeiden.
Nach den politischen Wandlungen der Meiji-Zeit (ab ca. 1868) öffnete sich Kendō vom Training der Samurai hin zum Polizeisport und wurde weiter vereinheitlicht. Bereits Ende des 19. Jh. wurde es darüber hinaus als Schulsport in Japan eingeführt und wird dort auch heute noch an praktisch allen Mittel- und Oberschulen sowie Universitäten praktiziert. Darüber hinaus gibt es auch zahllose Kendōvereine und Kampfsportschulen.
Kendō besteht aus den drei Elementen

- Kata
- Training
- Wettkampf

Während in der Kata mit Holzschwertern (Bokutō) die technischen Grundlagen und der Kampf mit Schwertern in formalisierter Weise erlernt wird, werden im Training mit dem Shinai die Techniken in der Anwendung geübt sowie Kondition, Koordination und Willenskraft trainiert. Fortgeschrittene nehmen darüber hinaus auch an Wettkämpfen teil, um zu überprüfen, ob das Gelernte bei einem unbekannten Gegner sicher angewendet werden kann.
Da im Wettkampf derjenige gewinnt, der zwei Punkte erzielen kann, kommt es darauf an, sich eine gute Gelegenheit zum Schlag zu schaffen und diese dann konsequent auszunutzen. Aus diesem Grund kann Kendō in jedem Alter und unabhängig von den körperlichen Voraussetzungen betrieben werden. Neben der Schlagvorbereitung, die vor allem eine Konzentrationsfrage ist, erlaubt es die Vielfalt der vorhandenen Techniken, evt. körperliche Nachteile durch die Verwendung anderer Techniken auszugleichen. Kendō dürfte daher eine der wenigen Sportarten sein, die bis ins hohe Alter betrieben werden können. Tatsächlich ist es kein seltener Anblick, dass erfahrene Kendōka auch wesentlich jüngere Gegner noch in Bedrängnis bringen können. Umgekehrt existiert auch keine Altersgrenze nach unten; in Japan beginnen Kinder häufig bereits im Grundschulalter damit.

Neben den rein technischen Aspekten des Fechtens steht auch die persönliche Entwicklung der Kendōka im Mittelpunkt. Kendō trainiert die Entwicklung von Aufmerksamkeit, Ausdauer, Belastbarkeit, Geschick, Entschlusskraft, Konzentration und Reaktionsvermögen sowie Selbstdisziplin, Verantwortung, Teamgeist und vor allem Fairness als weiteres Ziel.

Vom japanischen Kendōverband wurden die Ziele des Kendō definiert:

«Die Idee des Kendō ist es, den menschlichen Charakter durch Anwendung der Prinzipien des Schwertes zu schulen.
Die Übung des Kendō hat den Vorsatz
Geist und Körper zu formen,
eine starke Seele zu entwickeln,
durch korrektes und strenges Üben Fortschritt in der Kunst des Kendō anzustreben,
Höflichkeit und Ehre des Menschen zu achten,
mit anderen aufrichtig umzugehen
und unaufhörlich die persönliche Weiterentwicklung zu verfolgen.

So wird man fähig,
sein Land und die Gesellschaft zu lieben,
zur Entwicklung der Kultur beizutragen
sowie Frieden und Wohlergehen unter allen Völkern zu fördern.»

 

Menü